1902

»Twee Kisten Rum«

In der Kaisergalerie hatte das Richard-Ohnsorg-Theater 75 Jahre lang seine feste Spielstätte. Die populäre hanseatische Institution hatte in den kleinen Räumen Theaterstücke in plattdeutscher Sprache aufgeführt.1902 gründete der Philologe, Schauspieler und Regisseur Dr. Richard Ohnsorg die »Dramatische Gesellschaft«. Zunächst mit Laienschauspielern besetzt, wurden auch plattdeutsche Stücke vorgetragen. Eine feste Spielstätte gab es nicht. Ab 1914 wurde nur noch Plattdeutsches Theater gespielt. Die Umbenennung in »Niederdeutsche Bühne/Hamburg« erfolgte 1920.

Erst 1936 konnte die »Niederdeutsche Bühne« in der Kaisergalerie in der Großen Bleichen 23/27 feste Räume beziehen und Berufsschauspieler einstellen. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 fürchtete Ohnsorg die Schließung des Theaters, daher bat er namhafte Theaterleute um ihre öffentliche Unterstützung.

1944 musste das Theater geschlossen werden. Es beherbergte bis April 1945 einen Abpackbetrieb für Futtermittel. Nach der Wiedereröffnung wurde es offiziell als »Richard-Ohnsorg-Theater« geführt.

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Große Beliebtheit erfuhr das Theater ab den 1950ern durch seine Schauspieler Heidi Kabel und Henry Vahl. Die Theaterstücke wurden regelmäßig im Fernsehen übertragen. Einige Fernsehpreise gewann das Theater, so 1958 für »Twee Kisten Rum«. Seit 2002 werden die Bühnenstücke nicht mehr »nach Norddeutschland verpflanzt«, sondern nur in die plattdeutsche Sprache umgeschrieben. Mit dem Umzug 2011 zum Hachmann-Platz endet die Ära vor Ort.

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